Die ehrliche Antwort lautet: Für manche reicht es. Für die meisten nicht. Und der Grund ist ein anderer, als üblicherweise behauptet wird.
Wer dir sagt, Instagram sei „unprofessionell“, verkauft dir vermutlich gerade eine Website. Instagram ist ein hervorragendes Werkzeug. Es kann nur drei Dinge nicht — und ob dir die fehlen, hängt davon ab, wie deine Klient:innen zu dir finden.
Was Instagram gut kann
Beziehung. Menschen sehen dich, hören deine Stimme, bekommen ein Gefühl für deine Arbeit, bevor sie je mit dir gesprochen haben. Für Körperarbeit, Coaching und alles, wo Vertrauen die Voraussetzung ist, ist das kein kleiner Vorteil, sondern der entscheidende.
Wenn deine Kurse voll sind, weil Menschen dich dort entdecken und weiterempfehlen — dann funktioniert dein Marketing. Dann brauchst du keine Website, weil du ein Problem lösen würdest, das du nicht hast.
Die drei Dinge, die es nicht kann
1. Gefunden werden, wenn jemand sucht
Instagram ist ein Ort, an dem man entdeckt wird. Es ist kein Ort, an dem man gesucht wird.
Jemand mit Rückenschmerzen tippt „Yoga Rückenschmerzen Hamburg Eimsbüttel“ bei Google ein, nicht bei Instagram. Diese Person hat ein konkretes Problem, sucht aktiv nach einer Lösung und ist bereit, etwas zu buchen. Sie ist die wertvollste Anfrage, die du bekommen kannst — und sie erreicht dich über Instagram praktisch nie.
2. Dir gehören
Dein Profil gehört dir nicht. Die Plattform leiht es dir. Sie kann die Regeln ändern, die Reichweite drosseln, dein Konto sperren — auch versehentlich, auch ohne Begründung, auch nach Jahren.
Das ist kein Untergangsszenario, das ist eine nüchterne Risikofrage: Was passiert mit deiner Praxis, wenn dein Zugang morgen für zwei Wochen weg ist? Wenn die Antwort „nichts Schlimmes“ lautet, ist alles gut. Wenn die Antwort „dann erreicht mich niemand mehr“ lautet, hast du dein gesamtes Geschäft auf gemietetem Boden gebaut.
3. Ruhig sein
Instagram ist gebaut, um Aufmerksamkeit zu halten. Es ist laut, schnell und voller Vergleich. Wenn deine Arbeit damit zu tun hat, dass Menschen zur Ruhe kommen, arbeitest du auf einer Plattform, die strukturell das Gegenteil tut.
Jemand, der über deinen Beitrag stolpert, ist im Scroll-Modus. Jemand, der deine Website öffnet, hat eine Entscheidung getroffen. Das sind zwei völlig verschiedene Aufmerksamkeitszustände — und nur einer davon führt zu einer Buchung.
Der Test: drei Fragen
Beantworte sie ehrlich, dann weißt du es:
- Wie sind deine letzten fünf Klient:innen zu dir gekommen? Über Empfehlung, über Instagram, über Google, über einen Kurs? Schreib es auf. Das ist die wertvollste Information, die du über dein Marketing hast — und die meisten Menschen haben sie nie aufgeschrieben.
- Wenn dein Konto morgen zwei Wochen gesperrt wäre — was passiert?
- Wenn jemand deinen Namen googelt, was findet er? Probier es aus, in einem privaten Fenster. Was da erscheint, ist dein erster Eindruck, ob du willst oder nicht.
Die realistische Antwort ist meistens: beides
Es ist keine Entweder-oder-Frage. Instagram für die Beziehung, die Website als das Zuhause, auf das alles zeigt: der Link im Profil, die Buchung, die Preise, die rechtlichen Angaben, die Antworten auf die Fragen, die immer kommen.
Der übliche Einwand dagegen ist nicht Geld, sondern Zeit: „Dann habe ich noch eine Sache, die ich pflegen muss.“ Und das stimmt. Eine Website, die nach acht Monaten nicht mehr aktuell ist, ist schlimmer als keine — weil sie den Eindruck macht, dass es dich vielleicht nicht mehr gibt.
Genau deshalb baue ich Websites, die man im Gespräch ändert: Du schreibst „ich unterrichte ab Januar dienstags statt mittwochs“, und es ist geändert. Ohne Login, ohne Backend, ohne Rechnung für ein Komma. Mehr dazu auf der Seite Website für Praxen und Coaching.
Und wenn du nach den drei Fragen oben zu dem Schluss kommst, dass Instagram für dich reicht — dann ist das eine gute Entscheidung, und du solltest sie treffen. Ich sage dir das im Erstgespräch auch, wenn es so ist.